GBS CIDP PNP Landesvorstand Sachsen

GBS CIDP PNP

Deutsche Polyneuropathie Selbsthilfe e.V.
Landesverband Sachsen

PEPO Aktuell Sachsen 10/2026

Bericht vom Gesprächskreis am 21.Mai 2026 in Zwickau

Bericht: Kerstin Brand

Wie gewohnt trafen wir uns um 14:00 Uhr zu unserem 2. Gesprächskreis in den Räumen der KISS Zwickau in der Scheffelstraße 42.

Dieses Mal hatte Lutz Brosam zu einem Vortrag zum Thema: "Sturzprophylaxe im Alter" eingeladen.

Stürze zählen zu den häufigsten Gesundheitsrisiken im höheren Lebensalter. Mit zunehmendem Alter vermindern sich Gleichgewichtssinn und Muskelkraft, außerdem lässt das Reaktionsvermögen nach. Ist erst einmal ein Sturz passiert, entstehen häufig Ängste vor weiteren Stürzen. Daraus ergibt sich oft eine geringere Aktivität, die wiederum Muskelabbau und Knochenschwäche begünstigt. Dadurch steigt das Risiko für Knochenbrüche erheblich.

Als Risikofaktoren und Gründe für Stürze im Alter wurden genannt:

  • geschwächte Muskulatur
  • Operationen und längere Krankheitsphasen
  • Stolperfallen in der Wohnung
  • verringerte Sehkraft
  • Schwindel
  • Hörprobleme - insbesondere Infektionen am Ohr, die den Gleichgewichtssinn beeinflussen können
  • Blutdruckschwankungen
  • Gangunsicherheit
  • Medikamente, die Reflexe und Aufmerksamkeit beeinträchtigen oder Schwindel verursachen können

Auch die möglichen Folgen eines Sturzes wurden ausführlich erläutert. Dazu gehören Prellungen, Abschürfungen und Knochenbrüche, insbesondere Oberschenkelhalsbrüche. Darüber hinaus können längerfristige gesundheitliche Konsequenzen wie Pflegebedürftigkeit oder lange Krankenhausaufenthalte entstehen.

Im weiteren Verlauf des Vortrags ging es um die Frage: Was kann ich selbst zur Sturzprävention tun?

In einem Video wurde uns gezeigt, wie man zu Hause, mit Hilfe eines Stuhles schon einige Übungen, wie zum Beispiel Fersen,- Zehenstand und weitere Übungen abwechselnd durchführen kann. Diese Übungen sind sehr wichtig, um auch das Fuß Heber-Problem besser in den Griff zu bekommen. Bei diesen Übungen ist es sehr wichtig, dass man sich immer an einen Stuhl oder Wand absichert und festhält. Während diesem Video nutzten auch einige Mitglieder und Gäste die Möglichkeit diese Übungen gleichzeitig mit durchzuführen.

Weiter wurde empfohlen unter anderem:

  • körperlich fit bleiben
  • zwei- bis dreimal wöchentlich Übungen für Kraft, Gleichgewicht und Koordination durchführen
  • regelmäßige Spaziergänge, Treppensteigen und Wandern
  • die Wohnung sturzsicher gestalten, z. B. durch bessere Beleuchtung oder Bewegungsmelder
  • Haltegriffe für Dusche und Toilette anbringen
  • Handläufe an Treppen befestigen
  • möglichst keine Teppiche auslegen; falls doch, sollten diese mit Antirutschmatten gesichert werden
  • Schuhwerk mit rutschfester Sohle tragen
  • vom Arzt verordnete Hilfsmittel wie Rollator, Gehstock, Geh Bank oder orthopädische Schuhe nutzen
  • regelmäßige Seh- und Hörtests durchführen lassen
  • Medikamente regelmäßig überprüfen und gegebenenfalls anpassen lassen
  • Möglichkeit nutzen, um die Wohnung barrierefrei zu gestalten, ebenerdige Dusche einbauen, Türschwellen beseitigen
  • Beratung zur Unterstützung für bauliche Veränderungen nutzen

Wir stellten nach dem Vortrag fest, dass jeder etwas tun kann, um einen Sturz zu vermeiden. Alle Anwesenden konnten viele hilfreiche Hinweise für den Alltag mitnehmen und nutzten die Gelegenheit zu Fragen und zum Erfahrungsaustausch. Ein großes Dankeschön an Lutz Brosam für den interessanten Vortrag und an alle, die den Gesprächskreis mit ausgestaltet haben.

Kerstin Brand

 

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