GBS CIDP PNP
Deutsche Polyneuropathie Selbsthilfe e.V.
Landesverband Sachsen
Am 18.07.2026 hatte die Deutsche Polyneuropathie Selbsthilfe Landesverband Bayern e.V. zu ihrem 1. Symposium für Polyneuropathie im Kolpinghaus in München eingeladen. Von unserem Vorstand nahmen daran zwei Mitglieder teil.
Aufgrund der großen Nachfrage bestand die Möglichkeit sich auch online einzuloggen. Somit konnte man noch mehr Betroffene erreichen. Um 13:00 begrüßte die Vorsitzende des Landesverbandes Bayern, Ute Kühn alle anwesenden Gäste und Referenten. Zum 1.Vortrag startete Professor Peter Young, Neurologe, Chefarzt und ärztlicher Direktor bei Medical Park Bad Feilnbach. Er referierte über das Thema "nicht medikamentöse Therapie und Reha bei Polyneuropathie"
Er erläuterte die Phasen der Reha: A-F, A-Akutbehandlung, B-F je nach Phase der Genesung eingeteilt. Um die Phasen zu bestimmen, wird ein Barthel Index angefordert zum Reha Antrag. Dieser erläutert den Grad der Selbständigkeit und er wird herangezogen zur Bestimmung des Pflegegrades. Ziel der Reha ist die Verbesserung der Funktion, Kraft, Ausdauer, vor allem die Gangfunktion, Gangsicherheit und Handfunktion sind besonders wichtig. Ebenso die Erhaltung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Er berichtete außerdem über eine Zunahme der neurologischen Rehas in den letzten Jahren.
Als wichtige Therapie in der Reha gilt die Bewegung. Die meisten Patienten haben ein Ausdauerdefizit. Dabei hilft vor allem das Laufbandtraining. Ausdauertraining reduziert vor allem auch die Schmerzen. Wichtig ist ebenfalls die Krankheitsverarbeitung, das Verständnis und der Umgang mit der Erkrankung. Patienten mit Polyneuropathie haben ein erhöhtes Risiko für Depressionen.
Jeder Patient sollte für sich ein Selbstkonzept entwerfen. Wer an dem Fatigue-Syndrom leidet, sollte sich trotzdem versuchen zu bewegen.
Den 2. Vortrag hielt Dr. med. Phillipp Krauß, er sprach über die ,,Therapie der Neurostimulation bei Polyneuropathie“. Er ist Oberarzt im Uniklinikum Augsburg. 2,4% - 10% der Bevölkerung leidet an einer Polyneuropathie.
Bei einer Fehlfunktion durch eine Nervenschädigung, Einsetzen eines Schmerzschrittmachers. Dadurch erfolgt eine Rückenmarks- Stimulation, die Signale wirken auf den Nerv ein und es erfolgt eine Linderung der Schmerzen und Missempfindungen. Als 1. Wird die Elektrode eingebracht während einer OP. Danach schließt sich ein 7tägiger Test an. Wenn er erfolgreich war, wir der Generator in einer 2. OP ebenfalls eingebracht. Über eine App kann der Patient den Schmerzschrittmacher selbst steuern und anpassen. Das alles erfolgt in Absprache mit dem Neurochirurgen, teilweise über Videochat. Es gibt eine sehr gute Wirksamkeit bei diabetischer Polyneuropathie und bei der Erkrankung Morbus Sudeck.
Die Indikationen sind: pavk, Post Zoster Neuralgie, CRPS 1 und 2, chronischer Rückenschmerz. Kontraindikation sind Patienten mit nicht absetzbaren Blutverdünnern. Risiken für den Eingriff sind Blutungen, Infektionen und neurologische Ausfälle. Die Uniklinik Augsburg bietet eine Sprechstunde an für Neurochirurgie und Neuromodulation.
Den 3. Vortag hielt Frau Michaela Kreitmair. Sie ist leitende Therapeutin im Medical Park Bad Feilnbach. Ihr Thema war, „Reha bei Polyneuropathie, aus Sicht einer Therapeutin“ Als erstes sprach sie über die Ziele einer Reha. Es wird für jeden Patienten anhand seines Gesundheitszustandes ein individuelles Therapiekonzept festgelegt. Es geht vor allem um die Verbesserung seiner Mobilität, des Gangbildes, des Gleichgewichtes, der Kraft, der Ausdauer. Stürze vermeiden, Schmerzen reduzieren, Selbständigkeit fördern, die Aktivität im Alltag erhöhen. Die Teilhabe erhalten und die Lebensqualität verbessern. Regelmäßiges Krafttraining verbessert die Muskelkraft, Gleichgewichtstraining reduziert Stürze. Außerdem sind Dehnung, Mobilisation und Training des Reaktionsvermögens wichtig. Praktische Übungen für zu Hause sind zum Beispiel der Ein Bein-stand, Zehen - Fersenstand, Tandemgang, Thera Band-Übungen, Aufstehen vom Stuhl, Übungen auf instabiler Unterlage, Übungen mit geschlossenen Augen ohne Schuhe. Besonders beachten sollte man bei Patienten mit Polyneuropathie, dass sie eine gute Schuhversorgung haben, ihre Schmerzen, Hilfsmittel integrieren, Leistung individuell anpassen, die Kontrolle der Füße, Sturzprophylaxe. Wichtigstes Fazit ist, um mit seiner Erkrankung gut zurecht zu kommen, dafür ist Bewegung das Allerwichtigste.
Den 4. Vortrag hielt wieder Professor Young. Er referierte über „Diagnostik und Therapie bei Polyneuropathie“ Häufigste Ursache für Polyneuropathie sind Alkohol mit 11%, Diabestes mit 35% und bei 22% ist keine Ursache feststellbar. Weitere Ursachen sind Toxine, Weichteilrheuma, erblich bedingt, durch Krebs bedingt. Seltene Ursachen sind Porphyrie, Paraproteinämie, Hyperlipidämie, Vitamin BMangel hepatisch, nephrogen. Untersucht werden die Nervenleitgeschwindigkeit, verschiedene Laborparameter wie das CRP, das Blutbild und Differentialblutbild, die Elektrolyte, Leber und Nierenwerte, Schilddrüsenwerte, bei Diabetes OGTT, HbA1C, Nüchternblutzucker. Als Therapie wurde von ihm empfohlen: Bürstenmassagen, Wechselbäder, TENS -Therapie, Wechselstrom, Ausdauer und Koordinationstraining. Viele Patienten bekommen Antiepileptika, diese beruhigen die elektrische Aktivität in den Nerven. Die Einnahme ist nur dauerhaft sinnvoll. Nach 2-3 Wochen ist ein Effekt spürbar. Solten länger als 10 Tage Nebenwirkungen auftreten, dann die Substanz wechseln. Gute Wirkung nach 3 - 6 Wochen möglich. Wichtig -halbjährlich die Leber und Nierenwerte kontrollieren. Taubheitsgefühle können nicht gebessert werden.
Zu allen Vorträgen wurden viele Fragen der Anwesenden und aus dem Chat beantwortet.
Wir danken allen Referenten für die informativen Vorträge und dem Landesverband Bayern für die Organisation und Einladung.
Bericht vom Gesprächskreis am 20.August 2026 in Zwickau
Bericht vom Symposium der Deutschen Polyneuropathie Selbsthilfe Landesverband Bayern e.V. am 18. Juli 2026 in München
Bericht vom Gesprächskreis am 22. Juli 2026 in Plauen
Bericht vom Gesprächskreis am 06. Juni 2026 in Chemnitz
Liebe Leserinnen und Leser,
liebe Mitglieder,
es ist schon eine Herausforderung, wenn unser Verband an Größe zunimmt, aber auch die Vergrößerung werden wir stemmen.