GBS CIDP PNP
Deutsche Polyneuropathie Selbsthilfe e.V.
Landesverband Sachsen
Am 24.04.2026 fand unser erster Gesprächskreis im Gemeinschaftsraum der Diakonie-Sozialstation in Annaberg-Buchholz, Alte Poststraße 2, statt. Als Referentin konnten wir Frau Dr. Hartinger von der Adam Ries Apotheke gewinnen.
Zu Beginn begrüßte Kerstin Brand unseren 1.Vorsitzenden Lutz Brosam und unsere neuen an Polyneuropathie erkrankten Teilnehmer. Sie gab einen kurzen Überblick über den Ablauf und im Anschluss begann Frau Dr. Hartinger mit ihrem Vortrag unter dem Thema:
"Magnesium – B-Vitamine – Coenzym Q10 Arten – Wirkungsweise – Anwendung – Wechselwirkungen"
Am Anfang gab Frau Dr. Hartinger allgemeine Hinweise, wie einem Vitamin- und Mineralstoffmangel vorgebeugt werden kann. Sie empfahl unter anderem, möglichst keinen Alkohol zu trinken und bestehende Grunderkrankungen, beispielsweise Diabetes, gut einstellen zu lassen. Außerdem wies sie darauf hin, dass bei veganer Ernährung oder glutenfreier Kost häufig ein Vitamin-B-Mangel auftreten kann und deshalb eine gezielte Substitution notwendig ist. Auch sogenannte Low-Carb-Diäten können zu einem Vitamin-B1-Mangel führen, da Vitamin B1 vor allem in Getreide enthalten ist und nur kurz im Körper gespeichert wird. Von einer salzarmen Ernährung riet sie ebenfalls ab, da dadurch das Risiko für Polyneuropathien steigen könne.
Vor jeder Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sollten grundsätzlich die Blutwerte kontrolliert werden.
Im weiteren Verlauf erläuterte Frau Dr. Hartinger die Bedeutung verschiedener Vitamine und Mikronährstoffe für den Körper und insbesondere für das Nervensystem. So spielen Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Rolle für die Stabilität der Nervenmembranen, die Senkung von Cholesterin und Blutdruck sowie die Hemmung von Entzündungen. Alpha-Liponsäure könne insbesondere bei diabetisch bedingten Missempfindungen hilfreich sein. Sie verbessere die Mikrozirkulation und werde häufig zunächst als Infusion und anschließend in Tablettenform verabreicht. Eine Überdosierung könne jedoch Schwindel und Übelkeit verursachen. Besprochen wurde außerdem „Keltican forte“, das unter anderem Vitamin B12 und Folsäure enthält und die Regeneration der Myelinschicht peripherer Nerven unterstützen kann.
Großen Raum nahm auch das Thema Coenzym Q10 ein. Dieses fettlösliche Coenzym dient als Energielieferant des Körpers. Ab dem 40. Lebensjahr nimmt die körpereigene Produktion ab.
Cholesterinsenkende Medikamente wie Statine können die Bildung zusätzlich hemmen. Bei der Einnahme von Pregabalin könne eine zusätzliche Einnahme von Coenzym Q10 sinnvoll sein. Allerdings warnte Frau Dr. Hartinger vor möglichen Wechselwirkungen, insbesondere bei Blutverdünnern, Chemotherapie, Blutdruckmedikamenten oder Asthmamitteln. Während Schwangerschaft und Stillzeit sollte Coenzym Q10 nicht eingenommen werden.
Ausführlich sprach die Referentin über die Bedeutung der B-Vitamine. Diese sind wasserlöslich und unterstützen gemeinsam die Regeneration der Nerven.
Als Produktbeispiele nannte sie "Milgamma protect", "Vitamin B Duo" und "Vitamin B Komplex".
Auch Vitamin D wurde thematisiert. Es ist wichtig für Knochengesundheit, Muskelkraft und das Immunsystem. Ein Mangel kann Müdigkeit, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie erhöhte Infektanfälligkeit verursachen und Symptome einer Polyneuropathie verstärken. Deshalb sollte auch hier vor einer Einnahme der Vitamin-DSpiegel bestimmt werden.
Vitamin E wirkt als starkes Antioxidans, schützt die Zellen vor oxidativem Stress, stabilisiert die Gefäße und unterstützt das Immunsystem. Frau Dr. Hartinger erklärte, dass natürliches Vitamin E deutlich stärker wirke als synthetisches. Da eine Überdosierung Blutungen verursachen könne, sollte vor der Einnahme unbedingt der Spiegel kontrolliert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Spurenelement Kupfer. Es unterstützt die Blutbildung, den Eisenstoffwechsel sowie den Aufbau von Bindegewebe, Knochen und Sehnen. Zudem stärkt es das Immunsystem und wirkt antioxidativ. Interessant war der Hinweis, dass Zink die Aufnahme von Kupfer hemmt.
Da Zink auch in Haftcremes enthalten ist, könne dies zu Kupfermangel mit Taubheitsgefühlen führen. Zum Abschluss ging Frau Dr. Hartinger ausführlich auf Magnesium ein. Magnesium ist an mehr als 300 enzymatischen Prozessen beteiligt und wichtig für die Reizweiterleitung der Nerven, die Zellmembran, die Muskelentspannung sowie den Energiestoffwechsel. Zudem reguliert es den Blutdruck, unterstützt den Herzrhythmus und kann bei Stress und Schlafproblemen helfen. Typische Mangelsymptome seien Muskelkrämpfe, Verstopfung, Reizbarkeit, Kopfschmerzen und chronische Müdigkeit. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei Frauen bei etwa 300 mg und bei Männern bei etwa 400 mg. Bei Überdosierung könne Durchfall auftreten. Ergänzend wurde auf MagnesiumDepotpräparate mit verzögerter Wirkstofffreisetzung hingewiesen.
Die Teilnehmer verfolgten den Vortrag mit großem Interesse und nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und persönliche Erfahrungen auszutauschen. Es war ein informativer und gelungener Nachmittag in angenehmer Atmosphäre. Am Ende gab es noch einen kurzen Überblick über die kommenden Veranstaltungen. Vielen Dank an Frau Dr. Hartinger für den großartigen Vortrag und an alle, die an der Ausgestaltung des Gesprächskreises beteiligt waren sowie für den leckeren Kuchen von Jana Lieberwirth.
Bericht vom Gesprächskreis am 24. April 2026 in Annaberg- Buchholz
Liebe Leserinnen und Leser,
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das erste Quartal 2026 nähert sich dem Ende. Sehr viel war administrativ zu tun, dazu gehören Jahresabschluss, Kassenprüfungen, Antragstellungen bei den zuständigen Fördereinrichtungen und aufgrund unserer Erweiterung musste auch die Satzung angepasst werden.
Bericht vom Gesprächskreis am 20. März 2026 in Döbeln
Bericht vom Gesprächskreis am 08. März 2026 in Dresden
Bericht vom Gesprächskreis am 06. März 2026 in Freiberg