GBS CIDP PNP Landesvorstand Sachsen

GBS CIDP PNP

Deutsche Polyneuropathie Selbsthilfe e.V.
Landesverband Sachsen

Aktuelle Informationen zur COVID-19-Impfung für Patienten mit Polyneuropathie

Vom Ärztlichen Beirat der Deutschen Polyneuropathie-Selbsthilfegruppe: Prof. Helmar Lehmann (federführend, Köln): Prof. Carl-Albrecht Haensch (Mönchengladbach), Prof. Claudia
Sommer (Würzburg), PD Dr. Mark Stettner (Essen), Prof. Min-Suk Yoon (Hattingen)

Liebe Mitglieder der Selbsthilfegruppe, liebe Patientinnen und Patienten, liebe Angehörige, aufgrund des Starts der Impfung gegen COVID-19 in Deutschland hierzu eine Information des medizinischen Beirats: Ein erster Impfstoff (BNT162b2 der Firmen BioNTech/Pfizer) ist in Deutschland zugelassen und wird bereits verwendet. Weitere Impfstoffe stehen kurz vor der Zulassung oder werden in klinischen Studien überprüft.

1. Sollte ich mich mit meiner Polyneuropathie impfen lassen?

Ja. Auch für Patienten mit einer Polyneuropathie ist eine COVID-19-Impfung sinnvoll. Wir empfehlen allen unseren Patienten, die COVID-19-Impfung durchführen zu lassen.

2. Kann ich davon ausgehen, dass die Impfstoffe sicher und wirksam sind?

Ja, Impfstoffe müssen wie alle Arzneimitteln in großen, sogenannten Phase III Studien auf ihre Sicherheit, Verträglichkeit und auf Ihre Wirksamkeit geprüft werden. Diese Studien sind teilweise bereits publiziert und können eingesehen werden (für BNT162b2 der Firmen BioNTech/Pfizer hier:

https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2034577

Nur wenn die Wirksamkeit und Sicherheit hinreichend belegt ist, erfolgt die Zulassung durch die Behörden, wie für den Impfstoff BNT162b2. Daher kann von einer ausreichenden Sicherheit und Wirksamkeit ausgegangen werden.

3. Ich leide an einer autoimmun-vermittelten Polyneuropathie (z.B. CIDP, Vaskulitis). Soll ich mich trotzdem impfen lassen?

Ja. Es bestehen keine speziellen Sicherheitsbedenken bei Autoimmunerkrankungen. Es ist nicht davon auszugehen, dass durch die Impfung die Erkrankung verschlimmert wird. Auf der anderen Seite sind bereits mehrere Fälle bekannt geworden, bei denen eine Corona-Infektion ein Guillain-Barré-Syndrom oder eine Vaskulitis ausgelöst hat bzw. Autoimmunerkrankungen verschlechtert hat. Daher überwiegt eindeutig der Nutzen der Impfung.

4. Ich nehme ein immunsuppressives Medikament, soll ich mich trotzdem impfen lassen?

Ja. Aufgrund des Wirkmechanismus der Impfung geht man davon aus, dass die COVID-19-Impfstoffe auch bei PatientInnen, die ein immunsuppressives Medikament nehmen, sicher sind. Ob der Impfschutz genauso gut ist, kann nicht sicher gesagt werden. Auf Basis der Erfahrung mit anderen Impfstoffen geht man jedoch davon aus, dass der Impfschutz ausreichend gut ist. Die Zulassung des ersten Impfstoffs BNT162b2 ist diesbezüglich auch nicht eingeschränkt.

5. Wann werde ich die COVID-19-Impfung erhalten?

Grundsätzlich sollen allen Menschen in Deutschland die Impfung angeboten werden. Aktuell ist aber noch nicht ausreichend Impfstoff vorhanden. Daher hat die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Empfehlung abgegeben, dass Personengruppen, die ein erhöhtes Risiko eines schweren Verlaufs der Erkrankung haben, vorrangig geimpft werden. Hierzu zählen: BewohnerInnen von Senioren- und Altenpflegeheimen, Personen ≥80 Jahre, Personal mit besonders hohem Expositionsrisiko in medizinischen Einrichtungen oder in engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen (z.B. in der Onkologie oder Transplantationsmedizin), sowie Pflegepersonal in der Altenpflege. Andere Personengruppen werden den Impfstoff vermutlich erst etwas später angeboten bekommen. In der sog. Coronavirus-Impfverordnung ist festgelegt in welcher Reihenfolge Patienten Anspruch auf die Impfung haben. Eine Polyneuropathie ist hier nicht gesondert aufgeführt, aber zum Beispiel Diabetes mellitus, oder eine rheumatische Erkrankung. Höchste Priorität haben demnach Patienten, die "das 80. Lebensjahr vollendet haben" oder die "in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen
behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind". Hohe Priorität, die "das 70. Lebensjahr vollendet haben" oder "bei denen ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht (Personen mit Trisomie 21, Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung, Personen nach Organtransplantation). Erhöhte Priorität, die "das 60. Lebensjahr vollendet haben" oder "bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht. Hierzu zählen unter anderem Adipositas, chronische Nieren- oder Lebererkrankung, Personen mit Immundefizienz, Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz oder mit Autoimmunerkrankungen bzw. rheumatischen Erkrankungen. Besprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Hausarzt, ob Sie zu einer dieser Gruppen gehören.

6. Ersetzt die Impfung das Tragen eine Maske bzw. die AHA-Regel?

Nein, die bestehenden Empfehlungen (AHA-Regeln) gelten weiterhin für Alle.

7. Hat die Impfung Nebenwirkungen?

Soweit bisher bekannt ist, können durch die COVID-19-Impfung, ähnlich wie bei jeder anderen Impfung auch, meist lokale Nebenwirkungen auftreten. Diese treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten nur für wenige Tage an. Hierzu können Schmerzen, Rötungen, oder Schwellung an der Einstichstelle gehören oder auch Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Frösteln. Eine genaue Auflistung der Häufigkeit aller bisher bekannten Nebenwirkungen findet sich auf den Webseiten des RKI.

8. Wo kann ich mich über die Impfung informieren?

Informationen bieten zum Beispiel das RKI bzw. die STIKO:

https://www.rki.de/

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/ImpfungenAZ/COVID-19/Impfempfehlung-Zusfassung.html

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html

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Aktuelle Themen & Berichte

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Hier möchte ich Ihnen von meiner Reha-Maßnahme berichten, die ich im November in der MEDICAL-Park Klinik Reithof in Bad Feilnbach durchgeführt habe. Bei der Klinik handelt es sich um eine Fachklinik für Neurologie und Orthopädie.


Im Interview erzählt der Vorsitzende der Polyneuropathie Selbsthilfe e.V. Albert Handelmann auf welche Bedürfnisse der Verein eingeht, welchen Einfluss Covid-19 auf die Vereinsarbeit hat und wie man sich auch selbst in den Verein einbringen kann.


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